Werbefinanziertes Lokalradio in Schleswig-Holstein – Bereicherung oder Verdrängungswettbewerb? [ergänzt am 27.12.2013]

Der schleswig-holsteinische Ministerpräsident prüft, ob das hierzulande geltende Verbot lokaler werbefinanzierter Radiosender aufgehoben oder gelockert werden soll. Laut Albig gibt es zwei Interessenten im Bereich Sylt und im Herzogtum Lauenburg.

Die bestehenden landesweiten werbefinanzierten Sender lehnen die Konkurrenz um Werbekunden ab und warnen, dass sie ihre Lokalberichterstattung bei wegfallenden Einnahmen einschränken müssten (für diese Grundversorgung wird meines Erachtens aber der NDR finanziert). Die ausführliche Stellungnahme von Radio R.SH veröffentliche ich hier.

In der Debatte im Landtag (Zusammenfassung, Protokoll) begrüßte Sven Krumbeck (Piraten) grundsätzlich die mögliche Öffnung für Lokalsender, wobei für uns nicht-kommerzielle Sender von besonderem Nutzen sind.

Ergänzung vom 25.11.2013:

Der Wettbewerber “The Radio Group” plädiert in einem Positionspapier für eine Zulassung von Lokalfunk.

Ergänzung vom 02.12.2013:

Jörn Schaar, ehemaliger Mitarbeiter der Regiocast, bewertet in einem Blogbeitrag die Positionen und kritisiert, dass die Landesregierung Lokalradios nur auf Sylt und in Ratzeburg zulassen will (offensichtlich auf Druck der Grünen).

Ergänzung vom 06.12.2013:

Die Medienanstalt hat eine Stellungnahme abgegeben, in der sie empfiehlt

  1. die Ausschreibung von bis zu zwei Versorgungsgebieten für kommerzielle lokale Hörfunkangebote durch die MA HSH, und zwar in den Regionen Sylt und Lübeck/Ratzeburg, nicht aber in Kiel und Flensburg,
  2. die Ausschreibung von mindestens drei Versorgungsgebieten für nicht-kommerzielle lokale Hörfunkangebote durch die MA HSH, und zwar in Flensburg, Neumünster und Kiel (z.B. ein Campusradio).

Die Medienanstalt stellt eine Förderung nicht-kommerzieller Radiostationen in Aussicht.

Ergänzung vom 27.12.2013:

Das zurzeit nur über Internet empfangbare Radio Flensburg hat mir freundlicherweise das eigene Positionspapier zur Frage der Zulassung von Lokalradio zur Verfügung gestellt.

Anhang: Liste aller mir bekannten Dokumente zur Frage der Zulassung von Lokalradio in Schleswig-Holstein

2 Antworten

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  1. Der Lobbi ist da sagt:

    Nora und delta radio sind doch nur Flankenschutz für R.SH – ein Kartell das seines gleichen sucht und nichts und niemanden neben sich erlaubt. Die Kostenfrage ist schon lange besiegelt – Redaktionen sind in Wittland zusammengeschrumpft und schreiben für alle Sender. Abends und Nachts und am Wochenende kommen einige Sendungen vom Computer. Es wird Zeit für Neues im Land !!! PRO LOKALFUNK !!! Nur wer in der Region sitzt kann wahren Lokalfunk betreiben.

  2. […] Werbefinanziertes Lokalradio in Schleswig-Holstein – Bereicherung oder Verdrängungswettbewerb… Den im Zapp-Beitrag zitierten Brief an die Fraktionsvorsitzenden hat Patrick Breyer in seinem Blog […]

 

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