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Corona-Tracking- und Warnapps: Schutz geht vor Tracing!

Wissenschaftler präsentierten heute ihre Arbeit zur Entwicklung einer “Privacy Preserving Proximity Tracing”-Technologie für Apps zur Warnung vor Infektionsrisiken. Der Abgeordnete des Europäischen Parlaments Patrick Breyer (Piratenpartei Deutschland) kommentiert:

“Das Konzept für Warnungs-Apps wurde sorgfältig unter Berücksichtigung des Datenschutzes entwickelt, aber über die Folgen von Warnungen wurde bisher zu wenig nachgedacht: Die Apps werden wahrscheinlich Zehn- oder Hunderttausende von Personen benachrichtigen, die zur Arbeit oder zum Einkaufen unterwegs waren. Es ist absehbar unmöglich für diese, sich testen zu lassen. Die Wirkung kann kaum mehr sein als weit verbreitete Besorgnis oder sogar Panik.

Zudem ist menschlicher Kontakt nur eines der Infektionsrisiken. Die Öffentlichkeit sollte nicht zu der Annahme verleitet werden, dass eine App sie schützen wird.

Und können wir wirklich darauf vertrauen, dass alle Regierungen die Nutzung der Apps als freiwillige Maßnahme beibehalten, nachdem wir jahrzehntelang die Erfahrung gemacht haben, dass zunächst begrenzte Überwachungsmaßnahmen Schritt für Schritt immer mehr ausgeweitet worden sind?

Der Schlüssel zur Eindämmung des Virus liegt nicht in Tracing-Technologie, sondern darin, dass sich jeder selbst schützt, infizierte Personen isoliert und viel mehr Tests durchgeführt werden.“

1 Kommentar zu “Corona-Tracking- und Warnapps: Schutz geht vor Tracing!

  1. […] die Maßnahmen, die ergriffen wurden, ausreichend, nicht ausreichend, übertrieben? Sind „Corona-App“ und ihre Geschwister zu datenhungrig? Entsteht aus der Furcht vor dem Virus endgültig der […]

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