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Leck: Wirksamer Kinderschutz statt nationalistischer Hetze!

Die Menschen in und um Leck sind in heller Aufruhr: Ein verurteilter Sexualstraftäter wohnt mitten unter ihnen. Im vergangenen Jahr lockte er ein sechsjähriges Mädchen auf einen Friedhof, berührte es dort unsittlich und flüchtete kurze Zeit später.[1]

“Das Thema ist heikel genug, da muss nicht noch die NPD die Menschen aufhetzen”, erklärt Finn Ingwersen, Direktkandidat der Piratenpartei für den Wahlkreis Südtondern, zu den jüngsten Ereignissen in Leck.[2] “Immer wieder wird die Angst der Menschen für NPD-Propaganda verwendet. Doch anstatt sich um die Opfer zu kümmern oder Lösungen aufzuzeigen, brüllen NPD-Anhänger nur leere Parolen. Die Bezeichnung ‘Kinderschänder’ belegt, wie wenig es den Nazis um die Opfer geht. Dieser Kampfbegriff geht davon aus, dass die Opfer fortan in ‘Schande’ lebten, was ihre Würde verletzt.[3] Spätestens wenn nichtdeutsche Kinder oder Kinder mit Migrationshintergrund Opfer werden, fällt die Maske der vorgeblichen NPD-Kinderschützer.”

“Wissenschaftlern zufolge erhöht eine Anprangerung und Ausgrenzung von Sexualstraftätern deren Rückfallrisiko eher[4]“, so Ingwersen weiter. “Das Dunkelfeld ist groß. Neben einer konsequenten Strafverfolgung liegt der richtige Weg daher in der gezielten Vorbeugung schon im frühen Kindesalter, zumal sexueller Missbrauch vorwiegend im Familien- und Bekanntenkreis oder im sonstigen Umfeld der Opfer (z.B. in Schulen oder in Sportvereinen) begangen wird. Kinder müssen lernen, dass sie eigene Persönlichkeiten sind, eigene Rechte haben und diese durchsetzen können. Nicht nur in Leck sollten dazu geeignete Angebote für Kinder und Jugendliche bereitgestellt werden.”

“Die Menschen in Leck haben jetzt einen Anspruch darauf, zu erfahren, wie die Gerichte, die Bewährungshilfe und die Polizei uns in Fällen dieser Art vor der Gefahr von Wiederholungstaten schützen”, fordert Patrick Breyer, Listenkandidat der Piratenpartei. “Es reicht nicht, wenn nur Polizei- und Gemeindevertreter auf einem Elternabend Rede und Antwort stehen sollen. Auch Fragen etwa nach der Höhe und der Entwicklung des Risikos von Kindesmissbrauch sowie nach Vorbeugemöglichkeiten müssen kompetent beantwortet werden. Unsere freiheitliche Rechtsordnung kann von besorgten Bürgern gerade im Fall abscheulicher Straftätern als Zumutung empfunden werden. Nur auf der Grundlage umfassender Information können wir akzeptieren, dass wir in einem freiheitlichen Rechtsstaat nachweislich sicherer leben als beispielsweise in den USA, in denen noch die Todesstrafe angewandt wird.”

[1]
<http://nachrichten.t-online.de/schleswig-holstein-mann-missbraucht-maedchen-auf-friedhof/id_44263854/index>

[2]
<http://www.shz.de/index.php?id=160&tx_ttnews[tt_news]=2363495&no_cache=1>
<http://www.shz.de/index.php?id=160&tx_ttnews[tt_news]=2362251&no_cache=1>
<http://www.shz.de/index.php?id=160&tx_ttnews[tt_news]=2362322&no_cache=1>
<http://www.shz.de/index.php?id=160&tx_ttnews[tt_news]=2360967&no_cache=1>
<http://www.shz.de/index.php?id=160&tx_ttnews[tt_news]=2360773&no_cache=1>
<https://www.ndr.de/regional/schleswig-holstein/leck103.html>

[3]
<http://npd-blog.info/2010/09/15/npd-missbraucht-weiter-thema-kindesmissbrauch/>

[4]
<http://www.shz.de/index.php?id=160&tx_ttnews[tt_news]=2362322&no_cache=1>

Beratung und Hilfe

Beratung und Hilfe bei Gewalt gegen Kinder und Jugendliche: Kinderschutz-Zentrum Westküste, Theodor-Storm-Straße 7, 25813 Husum, Telefon 0 48 41 – 69 14 50, http://www.dw-husum.de

Aussteigerprogramm aus dem Rechtsextremismus: EXIT-Deutschland, Telefon 01 77 – 2 40 45 92, http://www.exit-deutschland.de

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