Sonstiges

Geplante Stromtrasse an der Westküste

Vor einigen Tagen übernahm Bundesumweltminister Altmeier die Idee aus Schleswig-Holstein, den Bau von Stromtrassen unter anderem mithilfe von Bürgergeld zu finanzieren. Die Bürger sollen an dem Projekt durch Zinsen finanziell beteiligt werden.

Entlang der Westküste Schleswig-Holsteins ist eine 380 kV-Stromtrasse geplant, die Windstrom nach Süden transportieren soll. Dies ist nötig, weil Windstrom mangels Nachfrage im Norden immer häufiger abgeschaltet, aber gleichwohl vom Verbraucher bezahlt werden muss.

Der genaue Trassenverlauf steht noch nicht fest, in der Diskussion sind mehrere Varianten. Die Beschleunigungsvereinbarung des Landes gibt nur allgemeine Kriterien für die Trassenwahl vor. Der konkrete Trassenverlauf soll nach dem Willen von Umweltminister Habeck vor Ort entschieden werden. Ein Dialog unter Beteiligung von Bürgermeistern und der Bürgerinitiative “Westküste Trassenfrei” findet dazu statt. Er soll ein förmliches Raumordnungsverfahren mit Antragskonferenz ersetzen. Der Verlauf der 380 kV-Trasse soll im nächsten Jahr festgelegt werden. Zuvor ist noch eine Konferenz zum Thema Erdkabel geplant.

Einige Eckpunkte der geplanten Leitung stehen bereits fest:

  1. Die Leitung soll komplett oberirdisch geführt werden. Die drei- bis viermal so hohen Kosten einer Erdleitung können nach geltendem Recht nicht auf die Bürger umgelegt werden; Staat und Netzbetreiber sind auch nicht bereit, sie zu tragen. (Andernorts ist TenneT interessanterweise zur Verlegung langer Erdkabel durchaus in der Lage.)
  2. Wo die 380 kV-Leitung entlang einer bestehenden 110 kV-Trasse verläuft, kann die 110 kV-Leitung entfallen.
  3. An der Westküste werden keine Häuser überspannt.
  4. Tennet zahlt bis zu 40.000 Euro pro Leitungskilometer an betroffene Gemeinden. Wofür die Gemeinde diese Mittel verwendet, entscheidet sie. Es wäre aber natürlich sinnvoll, die Gelder an betroffene Eigentümer weiterzugeben.

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