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taz.informant: Wie anonym ist der Whistleblower-Briefkasten?

Heute habe ich folgende Anfrage an die taz zu ihrem neuen Angebot “taz.informant” gerichtet, das einen “anonyme[n] & verschlüsselte[n] Kontakt” zur Redaktion ermöglichen soll:

Sehr geehrter Herr […],

ich begrüße die Einrichtung eines Postfachs, welches die anonyme Einsendung von Informationen ermöglichen soll. Ich habe aber noch offene Fragen zu dem Angebot:

1. Unter https://informant.taz.de/ heißt es: “Ihre Internet/IP-Adresse wird auf diesem Server nicht gespeichert.” Ihre allgemeine Datenschutzerklärung lässt jedoch offen, ob nicht IP-Adresse und Uhrzeit sämtlicher lesender und schreibender Zugriffe auf den Server taz.de geloggt und gespeichert werden. Es heißt dort lediglich: “Diese Daten sind für uns nicht bestimmten Personen zuordenbar.”

Könnten Sie aufklären, ob und wo IP-Adressen der Besucher gespeichert werden?

Generell rege ich an, dass die taz die Kriterien des Siegels “Wir speichern nicht” (http://www.wirspeichernnicht.de) umsetzt. Denn auch taz-Leser und Kommentatoren Ihrer Artikel dürften nicht wollen, dass ihre Interessen und Meinungen identifizierbar festgehalten werden. In diesem Zusammenhang weise ich darauf hin, dass in der Datenschutzerklärung auch der “Umfang” der Datenverarbeitung anzugeben ist (§ 13 TMG), worunter der Gesetzgeber die Dauer der Datenspeicherung versteht. Danach sollte die Aufbewahrungsdauer der Zugriffsprotokolle offengelegt werden.

2. Ferner kann eine Identifizierung von Nutzern auch mithilfe anderer Daten als der IP-Adresse möglich sein (“Browser Fingerprint”). Erfasst ein Access-, Error- oder Firewall Log irgendwelche Daten von Zugriffen auf informant.taz.de oder taz.de?

Im Sinne der Vertrauenswürdigkeit Ihres Angebots wäre die Klärung dieser Fragen – möglichst auch Informationen dazu auf der Seite selbst – wichtig. Ich wünsche wie Sie, dass dieses Angebot ein Erfolg wird.

Abschließend möchte ich noch auf die Kritik an der eingesetzten SSL-Verschlüsselung hinweisen, die Sie sicherlich schon gesehen haben.

Mit freundlichem Gruß,
Patrick Breyer

Zur Anonymität der Bereitstellung dieses Internetportals siehe übrigens hier.

1 Kommentar zu “taz.informant: Wie anonym ist der Whistleblower-Briefkasten?

  1. Dr. Angela Tucek

    Es ist doch längst bekannt, dass dt. Bürger in der dt. Medienlandschaft ausgeforscht werden ohne allzuviel Verbesserungwillen. Da ist die Taz auch nicht anders.

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