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Piraten: Interoperabilität hätte Facebook-Ausfall abgefangen

Der gestrige Ausfall von Facebook und anderen Netzwerken hätte durch Interoperabilität, also die Möglichkeit zur plattformübergreifenden Nutzung von Diensten verschiedener Anbieter, abgefedert werden können. Könnten Nutzer:innen ihren Anbieter frei wählen und ihre Kontakte „mitnehmen“, würde sich eine vielfältigere Anbieterlandschaft entwickeln, so dass der Ausfall eines einzelnen Anbieters besser abzufangen wäre. Die Piraten im EU-Parlament setzen sich für die Umsetzung von Interoperabilität im Digitale-Dienste-Gesetz und dem Digitale-Märkte-Gesetz ein.

Der Europaabgeordnete Patrick Breyer, Berichterstatter für das Digitale-Dienste-Gesetz im Ausschuss für bürgerliche Freiheiten, kommentiert:

„Der stundenlange Ausfall von Facebook, WhatsApp und Instagram zeigt, wie abhängig die Gesellschaft von der Monopolstellung des Tech-Giganten ist. Darum wollen wir mit dem Digitale-Dienste-Gesetz Interoperabilität durchsetzen, so dass Nutzer:innen über verschiedene Netzwerke hinweg miteinander kommunizieren können und eine echte Wahl haben. Mit dezentralen Netzwerken, wie etwa Mastodon, können User dominante Plattformen verlassen und trotzdem mit ihren Kontakten in Verbindung bleiben. Der plattformübergreifende Austausch von Informationen schafft nicht nur ein vielfältigeres Internet und erlaubt Raum für innovative Dienste, sondern entschärft auch die ungesunde Abhängigkeit von Facebook & Co.“

Marcel Kolaja MdEP, tschechischer Vizepräsident des Europäischen Parlaments und Schattenberichterstatter für das Digitale-Märkte-Gesetz im Binnenmarktausschuss, kommentiert:

“Facebook hat sich gestern praktisch selbst aus dem Internet entfernt. Viele Internetdienste hängen bis zu einem gewissen Grad von Facebook ab, darunter eben Facebook selbst. Es war, als ob sie ihre Schlüssel vergessen und sich aus ihrem eigenen Haus ausgesperrt hätten. Dieser Ausfall zeigt, welche Risiken die Abhängigkeit des gesamten Internets von einem einzigen Unternehmen birgt. Das ist ein weiterer guter Grund, warum wir eine Verpflichtung zur Interoperabilität von Kerndiensten im Gesetz über digitale Märkte brauchen.”

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