NS-Schriftsteller Gustav Frenssen: Patrick Breyer (PIRATEN) für Straßenumbenennung

Als Landtagsabgeordneter und Mitglied der Piratenpartei unterstütze ich die Feststellung von Schülern des Gymnasiums Heide Ost, dass der Dithmarscher Schriftsteller Gustav Frenssen aufgrund seiner nationalsozialistischen Vergangenheit als Namensgeber einer Straße nicht geeignet ist:

Aktive, öffentliche Unterstützer der menschenverachtenden NS-Ideologie gehören nicht in unser Straßenbild. Eine differenzierte, kritische Beschäftigung und Auseinandersetzung mit dem Leben Gustav Frenssens ist zwar durchaus sinnvoll. Eine Straßenbenennung ermöglicht eine angemessene Einordnung der Person jedoch nicht. Sie kann als unangemessene Ehrung des Lebenswerks Frenssens und als Demütigung der Opfer des von Frenssen glühend verfochtenen Nationalsozialismus wahrgenommen werden.

In Frenssens Werken kommt schon früh Rassismus zum Ausdruck, später warb er dann aktiv für nationalsozialistische Ideologien. Er rechtfertigte die Verfolgung von Menschen jüdischen Glaubens und machte für die Reichspressestelle der NSDAP Propaganda. Behinderte Menschen, ‘Arbeitsunwillige’, ‘Herumstreicher’, ‘Volksfeinde’ und Straftäter erklärte er für ‘krank’ und trat für ihre Ermordung ein. Dass Gustav Frenssens Werke in seiner Zeit verbreitete Einstellungen reflektierten, ändert nichts an deren Verwerflichkeit und Unmenschlichkeit.

Bis heute sind in Barlt, Dingen, Heide, Brunsbüttel und Büdelsdorf Straßen nach Frenssen benannt – es gilt, das zu ändern. Dithmarschen hat eine lange Geschichte des Freiheitskampfes. Dithmarscher haben Widerstand gegen Nationalsozialisten geleistet und sind diesen unschuldig zu Opfer gefallen. Es gibt viele würdige Namensgeber für Straßen in Dithmarschen, beispielsweise den pazifistischen Verleger Paul Riechert aus Heide oder der Widerstandskämpfer Erwin Rehn. Gustav Frenssen gehört nicht dazu.

Wichtig ist mir als Mitglied der Piratenpartei, dass Umbenennungen nicht von oben herab erfolgen, sondern transparent und gemeinsam mit den Bürgern diskutiert werden, notfalls auch durch Bürgerentscheid entschieden werden. Die von uns Piraten mit erkämpfte Erleichterung von Bürgerentscheiden sorgt dafür, dass bei unauflösbaren Kontroversen die Bürger das letzte Wort haben – und das ist gut so.

 

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