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Wohnungseinbrüche verhindert man nicht durch Generalverdacht

Zur Ankündigung des Innenministers, der gestiegenen Anzahl von Wohnungseinbrüchen durch Ausweisungen stärker begegnen zu wollen, erklärt der Innenexperte der Piratenfraktion, Dr. Patrick Breyer:

Mit der Ankündigung des Innenministers allein ist noch niemandem geholfen. Gerade im Bereich organisierter Kriminalität sind Einzelpersonen oft ersetzbar.

Nötig ist zweierlei: Erstens müssen die verdachtslosen Kontrollen in Gefahrengebieten endlich abgeschafft und das Personal stattdessen für gezielte Ermittlungen gegen die konkret verdächtigen Personen eingesetzt werden. Das Innenministerium kann bis heute keinen einzigen Einbrecher nennen, der bei einer verdachtslosen Kontrolle gestellt worden wäre. Gerade weil Wohnungseinbrüche oft schwerwiegende Folgen für die Betroffenen haben, ist ein hilfloses Stochern im Nebel nicht zielführend und als Simulation von Sicherheit potenziell kontraproduktiv. Ein Generalverdacht gegenüber Ausländern ist ebenso unangebracht wie ein Generalverdacht gegenüber Schleswig-Holsteinern.

Zweitens stehen die Schleswig-Holsteiner auch selbst in der Verantwortung, ihre Wohnungen gegen Einbrüche zu sichern. Gelegenheit macht Diebe. Ich appelliere an die Bürger, sich über die Möglichkeiten zu informieren, beispielsweise über die Website k-einbruch.de. In technisch gesicherte Wohnungen wird 30mal seltener eingebrochen. Auch einfache Verhaltenshinweise wie das Verbergen längerer Abwesenheiten wirken.

Breyer hat der Landesregierung heute sechs Fragen zu Wohnungseinbruchskriminalität und den Gefahrengebieten gestellt.

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